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AKTUELL

Jugendliche kreieren ein Kunstwerk

Jugendliche kreieren ein Kunstwerk

Foto: Caroline Obrecht, Grauholz-Post


Zwei Schulklassen aus Urtenen-Schönbühl schaffen ein Kunstwerk: Nach den Plänen des Basler Künstlers Reinhard Rühlin bauen sie eine Alu-Skulptur, die den Titel «Tannzapfen» trägt. «Rühlin hat gezeichnet, wir sägen die Bleche zu und bemalen sie anschliessend», erzählt Zeichnungslehrer Rainer Marti. Die Aufrichte der mit Sockel über drei Meter hohen Skulptur ist im November geplant. Aufgestellt wird sie auf dem Platz vor der ehemaligen RBS-Station Schönbühl, in der heute die Spitex untergebracht ist. «Unser Ziel war es, dass Jugendliche ein Kunstwerk für ältere Leute schaffen», erklärt Ex-Gemeinderat Robert Lüthi (fdp), der den Anstoss für das Projekt gegeben hat.
Vor drei Jahren kreierte Rühlin bereits einen ähnlichen «Tannzapfen», den er auf dem Skulpturenweg Grauholz ausstellte. Damals beschloss die Gemeinde, den «Tannzapfen» zu kaufen. Den Zuschlag erhielt aber die Landwirtschaftliche Schule Rüti in Zollikofen, wo das Kunstwerk noch heute steht. Die nun von Schülerhand geschaffene Skulptur sei keine Kopie davon, sondern sehe «völlig anders» aus, versichert Lüthi. Die Gemeinde Urtenen-Schönbühl beteiligt sich mit maximal 15'000 Franken am Projekt, wobei der Künstler, wie Lüthi erklärt, «den Löwenanteil» erhalte. Im Rahmen des Kulturprozents steuert auch die Migros 5000 Franken bei. Für den ersten «Tannzapfen» verlangte Rühlin seinerzeit 17'500 Franken, wie Gemeindeschreiber Hansjörg Lanz auf Anfrage erklärt.


"Bund" vom 25.8.2001

Jugendliche kreieren ein Kunstwerk

«Presserummel» gestern bei der 8. Realklasse in Urtenen: Stolz präsentierten sich die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit an einem richtigen Kunstwerk. Unter der Leitung ihrer Werk- und Gestaltungslehrer sind sie seit diesem Frühling daran, eine Rundskulptur des Künstlers Reini Rühlin herzustellen. Freudig zeigten sie, was es alles dazu braucht: Bohren, Sägen, Schleifen, Malen - es ist harte Knochenarbeit, die Pläne eines Künstlers in eine fertige Skulptur zu verwandeln. Da tut ein bisschen Aufmerksamkeit von aussen gut. Die kleinen Künstler und Künstlerinnen geniessen es sichtlich, für Fotos zu posieren.
Die fertige Skulptur ist eine Art riesiger bunter Tannzapfen, soll 2,5 Meter hoch werden und besteht aus Aluminium. Ein ähnlicher Tannzapfen von Rühlin erfreut schon seit 1998 auf dem Skulpturenweg «200 Jahre Schlacht am Grauholz« bei der landwirtschaftlichen Schule Rüti die Wanderer.
Die Idee zum nicht alltäglichen Schulprojekt stammt von alt Gemeinderat Robert Lüthi: Auf der Suche nach einer Verschönerung für die Umgebung des alten RBS-Bahnhöfli in Schönbühl reifte in Lüthi die Idee des «Tannzapfenprojekts». Sowohl der kontaktierte Künstler als auch die Lehrer Georg Kaufmann (Werken) und Rainer Marti (Zeichnen/Gestalten) konnten dafür begeistert werden. Das alte Bahnhöfli wurde vor kurzem umgebaut und beherbergt seit dem Herbst 2000 die Spitex-Dienste der Gemeinde. Nach der Idee von Lüthi soll der «Tannzapfen» zu einem Ort der Begegnung der Jugend mit Kranken und Betagten werden.


Langer Weg zur Skulptur

Den Schülerinnen und Schülern gefällt die Arbeit: Noch besteht die Skulptur aus drei Teilen, die einzeln bearbeitet werden müssen. Doch bald kann die Klasse die Komponenten zum Gesamtkunstwerk zusammensetzen. Die Schüler wissen, dass der fertige Tannzapfen im Dorf über Jahre und Jahrzehnte an einem dominanten Ort zu bestaunen sein wird. Diese Aussicht ist natürlich ein grosser Ansporn. Man ist sich einig: «Die Arbeit am Tannzapfen macht mehr Spass als normaler Unterricht!»


Motivierte Schüler

Der geistige Vater des Tannzapfens, Reini Rühlin, zeigt sich fasziniert davon, wie unter den Händen der Schülerinnen und Schülern seine Idee materielle Gestalt annimmt. Auch die beiden beteiligten Lehrer ziehen eine positive Zwischenbilanz. Georg Kaufmann, fürs Werken zuständig, würde ein solches Projekt jederzeit wieder durchführen. «Die Schüler lernen nebenbei verschiedenste Techniken der Materialbearbeitung. Das Schönste ist für mich aber zu spüren, wie sich die Begeisterung über das entstehende Kunstwerk auf die Schüler überträgt.» Die Enthüllung des Tannzapfens am zukünftigen Standort ist Ende Jahr geplant. Es wartet also noch einiges an Arbeit auf die Klasse, bevor der Tannzapfen stolz Eltern, Verwandten und Freunden gezeigt werden kann.


"BZ" vom 25.8.2001, Philipp Lothenbach

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